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ERWACHSENENBILDUNGSZENTRUM, BIZ E ZÜRICH RIESBACH

Objektart
Umbau, Renovation, Aufstockung und Unterkellerung

Auftraggerberin
Hochbauamt des Kantons Zürich

Architekt
Rebmann Eichenberger Architekten

Bearbeitungszeit
2004 bis 2007

Aufgabenbereiche
Kosten-, Terminplanung, Devisierung, Bauleitung

Zuständige Bauleiter
Hermann Stricker, Thomas Frick, Thomas von Pufendorf (GMS Partner AG, Filiale Zürich, seit 2008 Confirm AG)

Info
Zwei Schulen der kantonalen Erwachsenenbildung an einem neuen Ort, in einem Gebäude aus den 70er Jahren. Verschiedene Vorstellungen und Bedürfnisse eines modernen Schulbetriebes, sowie zeitgemässe Anforderungen an Brandschutz, Fassade, Akustik, Ökologie und Technik waren Voraussetzungen einer komplexen Bauaufgabe.

Dank der Gebäudekonzeption der zwei, sich in einer Ecke durchdringenden Kuben können Autonomien der beiden Schulen gewährleistet werden, Synergien entstehen. Neu geschaffene Orte gemeinsamer Nutzungsmöglichkeiten, Mediothek und Lernfoyer im Sockelgeschoss, Bistro auf der Dachterrasse, fassen die beiden Institutionen räumlich und geben dem Bildungszentrum ein Gesicht.

Im Mittelpunkt des Entwurfprozesses stand der Diskurs zwischen erneuern und erhalten. Wahrnehmen von Qualitäten, interpretieren von Regeln der bestehenden Architektur waren die Voraussetzung für die Gestaltung räumlich und funktional notwendiger Änderungen. Ausgehend von der neuen Nutzung und dem vorhandenen Kontext verlangte jeder Bereich seine eigene Betrachtung und die dafür geeigneten architektonischen Eingriffe. In den grosszügigen Pausenhallen ging es darum, die Raumstimmung zu verbessern. Der Eingriff wurde bewusst zurückhaltend geplant. Die dunklen Holzlaminatoberflächen der Schränke wurden durch hellere Eichenfurniere ersetzt und durch Galerie- bzw. Sitznischen und Vitrinen aufgebrochen. Dank den transparenten Drinks- und Printräumen wird zusätzlich Licht in die Pausenhallen gebracht, ohne die vorhandenen Kugelleuchten zu konkurrenzieren. In den Unterrichts- und Kursräumen wurde das ursprüngliche Gestaltungsprinzip der Farben- und Materialienreduktion neu umgesetzt, um den Ansprüchen von Flexibilität und Nutzungsneutralität zu genügen. Der dunkelgraue Linoleumbelag des Bodens und der Brüstungsabdeckungen, die weissen Stramintapeten, welche auch als Projektionsflächen dienen, und die raumhohen Schiebetafeln bilden mit der neuen Akustikdecke und den sandgestrahlten Betonstützen eine harmonische Einheit. Dank der Stützenstruktur konnten die in diesen Bereichen notwendigen Anpassungen in der Raumaufteilung ohne grosse statische Massnahmen umgesetzt werden. Beim Bistro war der Eingriff am grössten. Der Rückbau der ehemaligen Abwartswohnung auf die Tragstruktur wurde notwendig.

Neben dem Thema der Reduktion wurde das Thema der bestehenden Fassadenteilung in geschlossene Flächen und Fensterbänder neu definiert. Neue bauliche Elemente fügen sich differenziert in die vorhandene Ordnung und ergeben so ein neues Ganzes, eine eigenständige Identität, das Bildungszentrum für Erwachsene.